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Tradition

Neulich auf dem Weg zur Arbeit

„Guck mal, Opa, da geht der Kaffee-Mann.“ höre ich hinter mir eine Kinderstimme sagen, als ich eilig die Straßenseite überqueren wollte, um in mein Geschäft zu gelangen. Ich halte in meinen Schritten inne und drehe mich um. Vor mir steht ein kleiner Junge, der aufgeregt an der Hand seines Opas zerrt. Der Opa beruhigt den Spross. Der Kleine erzählt mir, dass er total begeistert ist von der tollen Maschine, die aussieht wie eine Lokomotive und in der ich den Kaffee für seinen Opa und für seine Eltern mache. Und das er sich immer darauf freut, wenn er mit Opa in den Laden kommt, nicht nur wegen der großen Maschine, sondern weil es auch so gut duftet.

Javier Román erinnert sich

In diesem Moment werden Erinnerungen wach. Ich sehe mich selbst als kleiner Junge bei Opa an der Hand, unterwegs auf einer Kaffeeplantage. Bereits seit frühester Kindheit begleitet mich der Kaffee. Ich bin praktisch mit ihm aufgewachsen.

Für mich gab es ein Vorbild, einen Lehrmeister, der  mir in Sachen Kaffee von der Pike auf alles beigebracht hat: mein Opa Francisco. Bei ihm verdiente ich mir damals als kleiner Junge in den Plantagen bereits mein erstes Taschengeld. Manchmal war ich traurig, wenn meine Freunde Fußball spielen gingen und ich Opa helfen musste, auf der Plantage oder beim Rösten.

Opa Francisco war in meiner Geburtsstadt Diriamba, im Bundesstaat Carazo/Nicaragua, eine geschätzte und hoch angesehene Persönlichkeit. Er verwaltete über viele Jahrzehnte hinweg riesige Kaffeeplantagen und war ein gefragter Spezialist für den Kaffeeanbau.

Heute bin ich meinem Opa Francisco sehr dankbar. Gerade eine dieser von ihm verwalteten Plantagen, die Finca „Las 3 Marias“ kaufte ich 1995 auf und verarbeite seit 2001 in Wismar und Rostock exzellenten Rohkaffee u. a. natürlich von meiner eigenen Plantage.

Nicaraguatour zur Tour